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Was ändert sich mit der neuen G465-1 und den zugehörigen Merkblättern G465-3 und G465-4-x?


Die Reform des Regelwerks ist tiefgreifend und weitreichend. Mit der neuen Fassung wurde nicht nur der Zyklus der Prüfintervalle im Einklang mit der EU-Methan-Emissionsverordnung neu strukturiert, entscheidend ist vor allem, dass der Fokus von der bisherigen Leckstellenhäufigkeit hin zur Material- und Emissionscharakteristik verschoben wurde.

Vorgeschrieben Prüfzyklen G465-1:2026

Entsprechend G 465-1:2026 Druckstufe bis 16 bar, erdverlegte Leitung,
Überprüfungszeiträume innerhalb bebauter Gebiete
Tabelle 1, Seite 11
Überprüfungszeiträume
in Abhängigkeit
von Material
PE-, PVC-, PA-, Kunststoffmehrschicht-
und
kathodisch geschützte
Stahlleitungen
Nicht kathodisch geschützte
Stahlleitungen
Duktilguss oder
andere Materialienb
 Betriebsdruck  Überprüfungszeitraum in Jahren
  ≤ 5 bar 6 4 2
  > 5 bis ≤ 16 bar 1 materialungebunden
   

 

 

 

Vorgeschrieben Zeitabstände für die LDAR-Untersuchung G465-5:2025

Entsprechend G 465-5-1:2025 Druckstufe bis 16 bar, erdverlegte Leitung,
Tabelle 1, Seite 14
Untersuchungsabstände in Abhängigkeit
von Material und Betriebsdruck
(LDAR-Untersuchung Typ 2)
PE-, PVC-, PA,
Kunststoffmehrschicht-,
aktiv geschützte
Stahlleitungen
Nicht kathodisch
geschützte
Stahlleitungen
Duktilguss oder
andere Materialienb
 Auslegungsdruck Zeitabstand in Jahren
  ≤ 16 bar 3 2 1
   

 

 

 

Nimmt man als Beispiel eine PE-Leitung, so bedeutet dies konkret: Die Emissionsmessung nach G465-5:2025 ist alle drei Jahre durchzuführen, die sicherheitsrelevante Prüfung nach G465-1:2026 alle sechs Jahre. Der Prüfaufwand steigt damit nahezu auf das Doppelte. Aus einem verlängerten Zyklus wird faktisch eine Verdopplung der Inspektionsaktivitäten.

Obwohl die Möglichkeit bestehen bleibt, bei geringer dokumentierter Leckstellenhäufigkeit Zyklusverlängerungen zu beantragen, steht diese Flexibilität nun nicht mehr im Mittelpunkt, die Material- und Emissionsanforderungen dominieren künftig die Prüfstrategie.

Technische Neuerungen durch G465-4-ff


Mit G465-4-x wird erstmals eine breite Palette moderner Messtechniken normativ festgeschrieben. Damit lassen sich auch unter Bedingungen hoher Prüfzyklen effiziente und zuverlässige Überprüfungen durchführen:

Fahrzeuggestützte Lecksuche nach G465-4-3 und G465-4-4

Nach G465-4-3 erlaubt das neue Regelwerk den Einsatz eines Fahrzeugs wie bisher oberhalb der Leitung, nun neu mit Windmessung wenn das Fahrzeug nicht direkt über der Leitung fährt.


G465-4-4 erweitert dies um atmosphärische Messverfahren. Gasaustritte können mit mobilen Systemen aus der Umgebungsluft detektiert werden, statt ausschließlich durch manuelle Begehung.
Diese Technik ersetzt die Begehung zu Fuß. 


Handgeführte Lasergeräte mit offener Messtrecke (TDLAS) G465-4-6

Für schwer zugängliche Objekte, etwa nicht zugängliche oder nicht begehbare Hausanschlüsse, erlaubt G465-4-6 den Einsatz eines handgeführten Lasers (TDLAS). Damit lässt sich die Überprüfung aus der Entfernung durchführen. Außer dem Hausanschluß kann auch die Gasfreiheit festgestellt werden zum Beispiel in Rohrgräben.


Visuelle und thermografische Verfahren

Auch der Einsatz von Gaskameras wird explizit geregelt. 


Neustrukturierung der Druckstufen und Begriffe

Die früheren Druckstufen (1 bar / 5 bar) werden zusammengeführt, die Materialart steht im Vordergrund, siehe Tabelle 1
Zudem wird der Begriff „Leckstelle“ durch den neutraleren Begriff „Gasaustritt“ ersetzt — damit wird der Fokus klar auf atmosphärisch relevante Emissionen gerichtet.


Integration von Wasserstoff bei der handgeführten Messtechnik. G465-4-2 

In der G465-4-2 wird erstmals der Einsatz der handgeführten Geräte bei Mischnetzen und reinen Wasserstoffnetzen geregelt.
Das Regelwerk enthält eine Übersicht, welches Prüfverfahren (z. B. TDLAS, Fahrzeuggestützt, Gaskamera) sich für Wasserstoff eignet.


Übersichtliche Systematik G465-4-1

G465-4-1 dient nun als zentrales Verzeichnis aller zugehörigen G465-4-ff-Normen. Damit ist sofort ersichtlich, welche Verfahren für welchen Anwendungsfall zulässig sind.

Weitere wichtige Änderungen durch G465-3


Striktere Fristen zur Beseitigung von Gasaustritten

Für Prioritätsklasse A2 gilt eine Frist von 5 Tagen, für Klasse B eine von 30 Tagen.
Fristverlängerungen sind nur mit nachvollziehbarer Begründung zulässig. Der Fokus liegt klar auf schneller Schadensbehebung und Minimierung der Emissionen.

Warum diese Änderungen relevant sind


Durch die Kombination, engere Zyklen und Emissionsmessungsanforderungen, entsteht ein deutlich höherer Prüf- und Dokumentationsaufwand.

Mit den normativ zugelassenen modernen Verfahren (z. B. fahrzeuggestützte Messung, TDLAS, Gaskamera) lässt sich dieser erhöhte Aufwand jedoch besser bewältigen. Gerade angesichts der zunehmenden Personalknappheit im Gasfachbereich wird dies wichtig. Dieses neue Regelwerk erlaubt Netzbetreibern, Emissions- und Sicherheitsprüfungen systematisch, wirtschaftlich und zukunftssicher durchzuführen.

Die bisherige G501 wird nun die G465-4-5

Die luftgestützte Gasferndetektion wird hier beschrieben

Bildgebende Gasferndetektionsverfahren werden in der G465-4-7 beschrieben

Die Anforderungen an Gaskameras, deren Einsatz und der Eignungstest wird beschrieben. Beispiel hierzu ist die Erkennung der Methanwellenlänge (1,8, 3,3 oder 7,8µm). Die reine Thermograpiekamera reicht nciht aus.

Gasrohrnetzkontrolle nach G 465-1

Gasrohrnetzüberprüfung Die Firma Schütz Messtechnik ist ein vom DVGW zertifiziertes Unternehmen für die Gasrohrnetzüberprüfung. Zeit vielen Jahren besteht zu unseren Kunden eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir arbeiten im gesamten Bundesgebiet, somit sind unsere Gasspürer auch bei Ihnen schnell vor Ort. 

Durch die ständige Prüfung werden umfangreiche Kenntnisse über Gasspürarbeiten, das Vorhandensein des einschlägigen Regelwerks und andere Vorschriften nachgewiesen und extern kontrolliert. Gasrohrnetzbetreiber, die Ihr Leitungssystem in Eigenregie überprüfen, können sehr gerne die dafür benötigte Auskunftsprogramme für den Tablet PC (Software Scout), Hardware und Messgeräte bei uns beziehen. Selbstverständlich bieten wir auch Weiterbildungen zu diesem Thema an.

Profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung zum Thema Gas-Rohrnetzkontrolle. Schütz Messtechnik, als zuverlässiger Partner in der Rohrnetzüberprüfung bietet Ihnen anerkannte und führende Hard- und Softwaretechnik nach dem neuesten Stand sowie die Sicherheit eines vom DVGW nach G486-1 und ISO 9000 geprüften Dienstleisters.

Komplettsysteme von Schütz Messtechnik

  • Erprobte und in der Praxis qualifizierte Hardware
  • Selbstentwickeltes Planauskunftssoftware "Scout"
  • Einrichtung und Prüfung des Systems
  • Hotline mit Fernwartungsunterstützung für Ihre Gasspürer
  • Komplettsystem inclusive Spürgerät

 

Nutzung digitales Planwerk

Gasrohrnetzüberprüfung mit Quad Die Verwaltung der kompletten Rohrnetzinformationen mit einem geografischen Informationssystem (GIS) gehört für Netzbetreiber heute zum Standard. Ausdruck und Konfektionierung des Planwerks, Handling der Pläne durch den Gasspürer, bei der Kontrolle und manuelles Einpflegen der bei der Überprüfung gewonnener Daten sind Arbeitsschritte, die – zeitaufwändig und teuer – bei der früherern Arbeitsweise mit Papierplanwerk noch durchgeführt wurden.

Wenn Sie die Vorteile Ihres GIS voll ausnutzen wollen, bietet Ihnen Schütz Messetechnik bei der Gasrohrnetzüberprüfung die digitale Datenübernahme. Ausgestattet mit unserem elektronischen Feldinformationssystem Scout ist es den Gasspürern möglich, das komplette Planwerk digital zur Verfügung zu haben. Vom Netzbetreiber brauchen lediglich die zu prüfenden Plan- bzw Leitungsabschnitte zur Verfügung gestellt zu werden.

Die Daten können vom Gasspürer in einem feldtauglichen Rechner eingelesen und dann im Einsatz bei der Leitungsbegehung verwendet werden. Mit Hilfe eines GPS-Empfängers (Global Positioning System) kann der Gasspürer seine Position ermitteln und das Planwerk automatisch mitführen. Zur Dokumentation der begangenen Strecke werden die Informationen digital während der Begehung erfasst und können einfach exportiert bzw ins GIS eingelesen werden.

Vorteile einer Gasrohrnetzüberprüfung mit der Software Scout

  • Keine Bestandspläne benötigt
  • Sie reduzieren Ihren Aufwand erheblich
  • Sie erhöhen die Qualität der Dokumentation deutlich
  • Mit GPS Kartennachführung
  • Automatische Adresseintragung
  • Einfacher Austausch der Daten zwischen VGS 4500, LDEM 2000 oder dem zweiten Gasspürer
  • Viele Datenexport möglich: GPX, KML, KMZ, Geopackage, csv ..

Fahrzeuggestützte leitungsgebundenen oberirdische Kontrolle 

Fahrzeuggestützte Kontrolle mittels Konzentrations- und Windmessung der Atmosphäre

 

Checkliste zum Datenaustausch Leitungen begangen

  • Senden Sie Musterdaten zur Prüfung vor Auftragsbeginn
  • Bestimmen Sie die Sichtbarkeiten wie für die Rohrnetzbegehung gefordert (Maße, Schutzrohre, Strasseinbauten..)
  • Achten Sie auf eine gut lesbare Bemaßung (Bemaßungshöhe ca 1,3m)
  • Heben Sie die Gasleitung deutlich hervor, möglichst rot
  • Bei dxf-Daten, verwenden Sie ein älteres Format (Bsp: dxf 14)
  • Bei dwg-Daten, verwenden Sie ein älteres Format (Bsp: dwg 14)
  • Die dxf bzw dwg Dateigröße sollte 50MB bis max 80MB nicht überschreiten
  • Senden Sie Daten min. 2 Wochen vor Arbeitsbeginn zu uns
  • Senden Sie die Daten vollständig um eine doppelte Bearbeitung zu vermeiden
 

DXF DWG Datenaustausch

Bei Vektor Datenformaten (dxf, dwg..) passen wir auf die Bedürfnisse der Gasspürer an. Bitte lösen Sie die Blöcke beim Export auf.

Folgende Themen bitte prüfen

  • Codierung: Umlaute werden evtl. nicht mehr angezeigt
  • Blöcke auflösen
  • Die Liniendicken der Leitung sind zu schmal und auf dem tragbaren Gerät nicht zu erkennen
  • Die Farbe der Leitung sind nicht geeignet und auf dem tragbaren Gerät nicht zu erkennen
  • Die Dateien sind zu groß und nicht mehr ladbar
  • Bemassungen sind zu klein nicht mehr lesbar

 

Vorgeschrieben Prüfzyklen

Entsprechend G 465-1:2026 Druckstufe bis 16 bar, erdverlegte Leitung,
Überprüfungszeiträume innerhalb bebauter Gebiete
Anhang A (normativ) Tabelle 4, Seite 20
Leckstellenhäufigkeit pro km ≤ 0,1 ≤ 0,5 ≤ 1
  ≤1 bar 6* 4 2
  ≤ 5 bar 4* 2 1
  > 5 bis ≤ 16 bar   1  
  Zyklus in Jahren

* Diese Überprüfungszeiträume gelten nur für PE-Leitungen und kathodisch geschützte Stahlleitungen.

Entsprechend der bei der letzten Überprüfung gefundenen Leckstellen muss der Überprüfungszyklus verändert werden. Wenn zum Beispiel bei der letzten Rohrnetzbegehung 9 Leckstellen gefunden wurden und ein Gesamtnetz von 10 km (Leckstellenhäufigkeit: 9/10=0,9) in einem 24 mbar Netz geprüft wurden muss in diesem Netz in zwei Jahren wieder eine Rohrnetzkontrolle durchgeführt werden.

Entsprechend G 465-1:2026 Druckstufe bis 16 bar, erdverlegte Leitung,
Überprüfungszeiträume außerhalb bebauter Gebiete:
Anhang A (normativ) Tabelle 5, Seite 20
Leckstellenhäufigkeit pro km> ≤ 0,1 ≤ 0,5 ≤ 1
  ≤ 5 bar 6 4 2
  > 5 bis ≤ 16 bar   2  
  Zyklus in Jahren

Auf die oberirdische Überprüfung auf Dichtheit kann verzichtet werden, wenn Streckenkontrollen durch Begehen oder Befahren mindestens alle vier Monate oder durch monatliches Befliegen und halbjährliches Begehen der betriebswichtigen Punkt.

Befliegungsrhythmus kann auf zwei Monate ausgedehnt werden, wenn die betriebliche Erfahrung, die Ergebnisse der Berichterstattung und die örtlichen Verhältnisse dies zulassen. Dies gilt nur für PE-Leitungen und kathodisch geschützte Stahlleitungen.

Nach G 466-1 Druckstufe über 16 bar, erdverlegte Leitung

Die Rohrleitung liegt näher als 20m an Gebäuden

  • Alle 2 Monate befahren oder begehen
  • Jährlich einmal nach G 465-1 oberirdische Kontrolle

Nach G614, Freiverlegte Gasleitungen auf Werksgelände

Überprüfungszeitraum 1 Jahr nach Inbetriebnahme,
danach nach Leckstellenhäufigkeit, siehe G614-2
  • Dichtheit der lösbaren, nicht lösbaren Verbindungen
  • Zustand der Befestigungen, Korrosionsschutzes, farbliche Kennzeichnung
  • Funktionsfähigkeit und Zugänglichkeit Armaturen und sonstige Rohrleitungsteile
  • Kontrolle der Wand und Deckendurchführung
  • Kontrolle der gasdichten Verwahrung von Rohrendverschlüssen
  • Prüfung der Dokumentation auf Vollständigkeit

Überprüfungszeitraum entsprechen TRGI DVGW G 600 (kleiner 1 bar)

  • Jährliche Sichtkontrolle, besonders auf Gasgeruch achten
  • Gebrauchsfähigkeitsprüfung alle 12 Jahre
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